Theater Thalgau
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2007 - Der nackte Wahnsinn

Der nackte Wahnsinn (2007)

Salzburger Nachrichten

Mit Michael Frayns „Der nackte Wahnsinn“ landen die Freilichtspiele Thalgau einen Volltreffer


Montag, 09. Juli 2007
SN-FINK

THALGAU. Ein hartes Stück Theaterarbeit haben die Freilichtspiele Thalgau und ihr Regisseur Michael Silbergasser da geleistet. Wie die Premiere am vergangenen Samstag zeigte, haben sich die intensiven Probenarbeiten seit März ausgezahlt. Die Aufführung von Michael Frayns typisch britischer Komödie „Der nackte Wahnsinn“ wurde zu einem fulminanten Erfolg.

Der Titel des Stücks fasst zusammen, was sich auf der Bühne abspielt: Die komödiantische Spirale wird fast überdreht, endet in reinem Slapstick.

Dabei hat der Autor das Theater selbst zum Thema gemacht. Das ist zwar nicht neu, aber in dieser Form kaum zu überbieten. Die Zuschauer erleben Theater im Theater: Zunächst wird man Zeuge der Generalprobe eines Stücks, in dem Sardinen keine unwesentliche Rolle spielen. Natürlich läuft vieles schief, die Schauspieler vergessen Requisiten, den Text oder ihren Auftritt. Regisseur Lloyd (Franz Enzinger) schwankt zwischen Resignation und Tobsuchtsanfall.

Im zweiten Akt wird man Zeuge, was sich bei der Aufführung hinter der Bühne abspielt: Eifersuchtsdramen, die knapp an Mord und Totschlag vorbeigehen. Sehenswert und zum Totlachen, wie das „Stück“ trotz Pannen weiterläuft. Ein Gag jagt den anderen. Doch der dritte Akt überbietet alles. Hier herrscht Chaos pur. Die neuerliche Aufführung gerät zum Fiasko. Vergeblich sind alle Versuche der Schauspieler, das Stück zu retten.

Was die Thalgauer hier bieten, ist wirklich sehenswert. Denn im Stück wird ihnen nicht nur gewaltige Textpräzision abverlangt, auch die Auftritte und das Timing müssen exakt sitzen. Der totale Einsatz geht bis zu Stunt-Einlagen – Bauchfleck über die Treppe eingeschlossen.

Das Thalgauer Ensemble begeistert mit einer geschlossenen Höchstleistung. Veronika Widlroither als Dotty und Herbert Sommerauer als Garry seien als Vollblutkomödianten nur stellvertretend erwähnt.

 
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